Immer wenn der Holunder blüht, will ich die duftenden Blüten sofort pflücken. Dann ist Beeilung angesagt, bevor sie verblüht sind. Euch geht’s genauso? Dann schnell noch raus mit euch, denn aus den Blüten lässt sich wahnsinnig viel machen. Besonders Mitbringsel: Holunderblütengelee, Sirup und zauberhafter Holunderblütenlikör! Um den geht’s in diesem Artikel.

Den Likör hab ich schon oft mit meiner Mama gemacht – jetzt zum ersten Mal alleine. Sagen wir es mal so: Der hat definitv mehr Bumms 😂. Der Holunderblütenlikör eignet sich besonders als Mitbringsel oder Gastgeschenk, weil er so lieblich aussieht, sich lange hält und man ihn nicht in jedem x-beliebigen Getränkemarkt bekommt. Er ist etwas Besonderes! Da wir gerade mit Hochzeitsvorbereitungen, Brainstormings und Locationgucken beschäftigt sind, ist das tatsächlich auch eine süße Idee für Gastgeschenke zur Hochzeit.

Im Netz gibt’s unzählige Rezepte, mal mit wenigen, mal vielen Blüten, mal mit Korn, mal mit Wodka. Mal mit Zitronen oder Orangen, mal mit Zitronensäure. Irgendwie alles Geschmackssache, aber das Prinzip bleibt dasselbe: Holunderblüten sorgen für den lieblichen Geschmack, der Alkohol für den Bumms und die Zitronen für Geschmack und hellere Farbe (damit es nicht „nachbräunt“).

Also hier mal meine Vorgehensweise:

Ihr braucht:

  • 30 Holunderblüten
  • 750g Zucker ( ja wirklich so viel, wenn nicht sogar mehr)
  • 3 Liter Wasser
  • eine Zitrone und eine Orange in Scheiben geschnitten (am besten bio, weil ihr die da mit Schale reinschmeißt)
  • 2 – 3 Flaschen guten Korn (eine Flasche 0,7 l) – Probiert das Gebräu, damit es euch nicht zu stark wird, 3 Flaschen waren mir zu viel!
  • Genügend leere Flaschen (Lemonaid und Eistee-Flaschen oder kleine Glas-Smoothie-Flaschen gehen super, neue kaufen ist kein Muss, geht aber prima bei glaeserundflaschen.de (persönlicher Erfahrungswert, keine bezahlte Werbung!)

Achtung, das ist viel Likör – Nehmt zum Probieren weniger.


So geht’s:

  1. 30-40 Holunderblüten pflücken, am besten mittags (soll besser schmecken). Dabei nur voll erblühte und auch keine verblühten Dolden nehmen. Schneidet lieber ein paar mehr ab, denn zuhause wird euch auffallen, dass doch nicht alle einwandfrei sind. Die mit Läusen oder Spinnenweben natürlich gar nicht erst pflücken.
  2. Zuhause die Blüten abschütteln und tierische Bewohner oder sonstiges damit beseitigen. Nicht abwaschen, no no no!
  3. Holunderblüten in eine große Schüssel geben (die Dolde kann zusammenbleiben, schneidet nur den Stiel so weit wie möglich weg), Zitronen in Scheiben geschnitten dazugeben. Jetzt mit 3 Litern (kaltem!) Wasser aufgießen. Die Blüten sollten komplett bedeckt sein. Das muss jetzt mit nem Deckel auf der Schüssel über Nacht, idealerweise 24 Stunden, so stehen bleiben.
  4. Am nächsten Tag Flaschen ausspülen und bereit stellen. Die Blüten und Zitronen aus dem Wasser fischen und wegschmeißen. Alles jetzt durch ein grobes Sieb, dann durch ein Tuch oder einen Teefilter gießen. Jetzt müssten alle Kleinteile raus sein. Wenn nicht: Do it again!
  5. Jetzt rührt ihr den Zucker solange ein, bis er sich fast aufgelöst hat. Dann den Schnaps hinzugeben und ordentlich rühren, bis alles an Zucker weg ist. Zwischendurch probieren *hicks*! Macht lieber erst weniger Schnaps rein und gebt was nach, wenn euch der Likör zu lasch ist. Eventuell kann auch mehr Zucker helfen, das kommt alles ein bisschen auf euren Geschmack und die Intensität der Blüten an, die ihr genommen habt.
  6. Jetzt einfach den Likör mit einem Trichter in die Flaschen füllen. Aufgekocht werden muss bei diesem Rezept nichts.

Der Likör hält sich locker ein Jahr. Meine Mama schwört darauf und sagt, er würde am besten schmecken, wenn er erstmal 2-3 Monate steht… Aber ich glaube, sie will sich nur mehr Frühsommer konservieren 🙂

Ach naja, zur Sicherheit, aber versteht sich von selbst: Wenn ihr nicht sicher seid, dass ihr da Holunder vor euch habt, lasst es. Die Blüten sind ein bisschen ähnlich zu denen des Hartriegels. Der Duft sollte euch eigentlich sagen, was Holunder ist.  Pro Tipp: Holunder hat gefiederte Blätter. Ansonsten: Wikipedia oder der Biologe eures Vertrauens.

Toll für ein Midsommar Buffet, recht einfach zu machen – und das auch in Massen 😉

liebst.

Anneli