Mögt ihr Teelichter? Ich liebe zwar Kerzen, aber dieses Teelicht-Alugebimsel, dass am Ende übrig bleibt, finde ich fürchterlich. Also habe ich für die Hochzeit Kerzen gegossen, die als Windlichter auf den Tischen stehen sollen.  Das ganze Kerzengegieße war eher ein Zufallstreffer: Letztlich standen in der Fundgrube bei IKEA diese tollen Gläser fürn Appel & n Ei, die eigentlich aus der Weihnachtskollektion waren. Ja, und so wurde ich quasi gezwungen, 2,5 Kilo Wachs zu bestellen 🙂

Wir werden in einer Location heiraten, in der es einen großen Walnussbaum, eine Obstwiese und dazwischen eine große Scheune gibt. (Auf dieser Liste mit vielen Locations ist sie dabei). In der Scheune machen normale Kerzen keinen Sinn, da dort gern mal ein Lüftchen weht und die Kerzen ausgehen würden oder sich das Wachs überall verteilt. Also Windlichter. Die sind ideal, aber da Teelichter eben nicht so hübsch sind, hab ich sie als Kerzen gegossen.

Ach ja, ich weiß selbstverständlich, dass andere Leute richtige offizielle Hochzeitskerzen – so wie Taufkerzen – haben. Das erübrigt sich bei uns, wir machen die standesamtliche Trauung zu unserem großen Fest, denn die Beamtin kommt auf den Hof.

Nun zu den Kerzen! So sah der Spaß vorher aus:

und so nachher:

Was ihr braucht:

  • Gläser nach Wahl (nicht zu schmal, sonst rußt ihr die Seiten beim Anzünden zu)
  • Flachdocht oder Runddocht
  • Wachs nach Wahl
  • wenn ihr es richtig richtig machen wollt (ich hab es auch schon ohne gemacht): Metallplättchen unten am Docht und Klebepunkt zum befestigen.
  • Geduld 🙂

Sonst praktisch:

  • eine alte, leere Konservendose
  • Wachspellets oder Kerzenreste
  • ein Stäbchen (von Sushi oder so) zum Umrühren
  • ein kleiner Topf, dessen Innenleben nicht so wichtig ist
Ihr habt noch nie Kerzen selbst gegossen?

Na, dann mal die Schnellanleitung: Klebt einen Klebepunkt in die Mitte des Glases eurer Wahl. Darauf den Docht mit dem Metallstandfüßchen kleben. Wachs in die leere Dose füllen, im Wasserbad in der Dose im Topf schmelzen, immer wieder umrühren. Erstes flüssiges Wachs in das Glas kippen (vorsichtig!), Docht hoch halten (mit Dochthalterung – ja das gibts wirklich) oder aber ihr wickelt den Docht um ein Stäbchen oder legt zwei Messer aufs Glas und klemmt den Docht dazwischen – Hauptsache, er hängt nicht schief im fest werdenden Wachs. Dann eine Portion wieder schmelzen, bis zur gewünschten Höhe auffüllen. Möglicherweise ist es sinnvoll, das Wachs zwischendrin abkühlen zu lassen, bevor ihr die nächste Schicht macht. Bei mir hat sich beim Festwerden des Wachses ziemlich oft eine hässliche Vertiefung gebildet rund um den Docht. Das könnt ihr so nicht lassen. Wenn ihr wollt, dass die Kerze ordentlich brennt, müsst ihr die Vertiefung auffüllen, sodass die Kerzenoberfläche wenigstens einigermaßen eben ist. Deswegen gern mal zwischendurch abwarten.

Die Beule nach unten kommt übrigens dadurch, dass Wachs in der Mitte viel weniger schnell abkühlt als außen. Kommt also auch ein bisschen auf die Kerzengröße an – Ich hab da viel ausprobiert und letztlich sage ich: Füllt die Beule halt aus 🙂

Ich würde sie am liebsten alle schon anzünden – aber nein, noch bissl warten.

Liebst. a.